Forschungsschwerpunkte der Fakultät für Rechtswissenschaften
- Forschungsschwerpunkt „Transnationales Recht: Internationalisierung, Europäisierung und Transformation nationaler Rechtssysteme“ („Transnational Law“)
Dieser Forschungsschwerpunkt untersucht die Dynamiken des transnationalen Rechts und deren Einfluss auf nationale Rechtsordnungen. Im Mittelpunkt stehen Prozesse der Internationalisierung und Europäisierung, die Wechselwirkung von internationalen, supranationalen und nationalen Normen im Mehrebenensystem sowie die Transformation rechtlicher Strukturen durch grenzüberschreitende Regulierungs-, Vereinheitlichungs- und Harmonisierungsmechanismen. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der rechtsvergleichenden Analyse, wodurch Gemeinsamkeiten und Unterschiede nationaler Rechtsordnungen sichtbar gemacht werden, um Transformationsprozesse besser zu verstehen und innovative Lösungsansätze für die Harmonisierung und Weiterentwicklung des Rechts in einem zunehmend verflochtenen Rechtsraum zu entwickeln.
- Forschungsschwerpunkt „Digitalisierung und Technologisierung: Herausforderungen und Chancen für Rechtsanwendung und Regulierung“ („Law and Technology”)
Der Forschungsschwerpunkt adressiert die Auswirkungen von Digitalisierung und Technologisierung auf den bestehenden Rechtsrahmen sowie künftige Regelungsansätze und -konzepte. Zentral sind daher Fragen der digitalen Transformation juristischer Prozesse, der Rechtsanwendung vor dem Hintergrund neuer Technologien sowie der Entwicklung innovativer und vor allem anpassungsfähiger regulatorischer Rahmenbedingungen. Ziel ist es, über traditionelle rechtswissenschaftliche Zugänge hinaus neue rechtliche Konzepte zu entwickeln, die den Anforderungen des technologischen Wandels gerecht werden. Dabei sollen rechtsvergleichende Ansätze und interdisziplinäre Perspektiven genutzt werden, um innovative und zukunftsträchtige Lösungsansätze zu identifizieren.
- Forschungsschwerpunkt „Recht der Wirtschaft – Zwischen Kontiunität und Wandel“ („Economic and Business Law”)
Der Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der rechtlichen Ordnung wirtschaftlicher Aktivitäten in ihrer ganzen Breite. Er umfasst privates ebenso wie öffentliches Wirtschaftsrecht sowie deren Durchsetzung und analysiert die normativen Grundlagen und Steuerungsinstrumente moderner Wirtschaftsprozesse. Zentral sind dabei unter anderem Themenkomplexe von besonderer gesellschaftspolitischer Bisanz, wie etwa die Frage, inwieweit bewährte wirtschaftliche Strukturen an aktuelle Entwicklungen – Globalisierung, Nachhaltigkeit, digitaler Wandel und neue Governance-Modelle – angepasst werden können und sollen.
- Forschungsschwerpunkt „Gesundheit, Psyche und Recht“ („Health, Psychology and Law“)
Der Forschungsschwerpunkt widmet sich rechtlichen Fragestellungen im Bereich der Gesundheit, da eine zunehmende „Verrechtlichung“ im Sinne einer Regulierung und Verschränkung auf nationaler und europäischer Ebene feststellbar ist. Der Schwerpunkt behandelt genuin gesundheitsrechtliche Fragen, zB Medizinstrafrecht, Medizinproduktehaftung, Recht auf Sterbehilfe, Opferschutzrecht und die schuldrechtlichen Beziehungen der Akteure, aber auch rechtliche Fragen, die sich aus der Wechselwirkung von Gesundheit, menschlichem Verhalten und den damit verbunden (sozial)psychologischen Implikationen ergeben. Interdisziplinäre Ansätze und Erkenntnisse werden dabei systematisch in den juristischen Kontext eingebettet, um normative Grundlagen, bestehende regulatorische Instrumente sowie innovative Lösungsansätze zu analysieren, kritisch zu bewerten und weiterzuentwickeln. Es besteht in diesem Zusammenhang auch eine interfakultäre Zusammenarbeit mit den Fakultäten für Medizin, für Psychologie und Psychotherapie.